Förderungen / Pflegegeld

Neben dem Pflegegeld in 7 Stufen kann in Österreich unter folgenden Voraussetzungen eine zusätzliche Förderung der 24-Stunden-Betreuung beantragt werden:

Die zu betreuende Person muss rund um die Uhr eine Betreuung benötigen und mindestens Pflegegeld der Stufe 3 beziehen.

Außerdem darf das monatliche Nettoeinkommen des zu Betreuenden € 2.500,- nicht übersteigen.
Wobei Leistungen wie Pflegegeld, Sonderzahlungen, Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld und Wohnbeihilfen unberücksichtigt bleiben.

Für jeden unterhaltsberechtigten Angehörigen im Haushalt erhöht sich die Einkommensgrenze um € 400,- bzw. um € 600,- für behinderte unterhaltsberichtigte Personen.

Um die Förderung der 24-Stunden-Betreuung in Anspruch nehmen zu können, muss die Betreuungskraft außerdem

  • über eine theoretische Ausbildung verfügen, die im Wesentlichen jener einer Heimhelferin bzw. eines Heimhelfers entspricht
  • oder seit mindestens sechs Monaten die Betreuung der zu pflegenden Person sachgerecht durchgeführt haben
  • oder bestimmte pflegerische und/oder ärztliche Tätigkeiten nach Anordnung, Unterweisung und unter Kontrolle durch medizinisches Fachpersonal (Arzt, Ärztin, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson) ausüben.

Die Höhe der Förderung für selbstständige PersonenbetreuerInnen beträgt € 275,- pro Monat und Person.
Maximal aber € 550,- pro Monat. Dies entspricht zwei BetreuerInnen pro Monat.



In Österreich gibt es 7 Pflegegeldstufen. Die Einteilung beruht auf der Feststellung eines unterschiedlichen Pflegeaufwandes pro Monat.
Die unterste Pflegegeldstufe 1 setzt bei einem Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden pro Monat ein. Stufe 3 setzt bei mehr als 120 Stunden ein. Die Anzahl der Stunden wird im Rahmen einer Begutachtung durch medizinisches Fachpersonal festgelegt. Das Pflegegeld wird zwölf Mal pro Jahr monatlich im Nachhinein ausbezahlt. Vom Pflegegeld werden keine Lohnsteuer und kein Krankenversicherungsbeitrag abgezogen.


Die Sieben Pflegegeldstufen:

Stufe 1: Mehr als 65 Stunden Pflegebedarf pro Monat € 157,30
Stufe 2: Mehr als 95 Stunden Pflegebedarf pro Monat € 290,00
Stufe 3: Mehr als 120 Stunden Pflegebedarf pro Monat € 451,80
Stufe 4: Mehr als 160 Stunden Pflegebedarf pro Monat € 677,60
Stufe 5: Mehr als 180 Stunden Pflegebedarf pro Monat,
wenn ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist
€ 920,30
Stufe 6: Mehr als 180 Stunden Pflegebedarf pro Monat,
wenn zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind
und diese regelmäßig währende des Tages und der Nacht zu erbringen sind
oder die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und
der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer
Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist
€ 1.285,20
Stufe 7: Mehr als 180 Stunden Pflegebedarf pro Monat,
wenn keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funtioneller
Umsetzung möglich sind oder ein gleich zu bewertender Zustand vorliegt
€ 1.688,90


Während eines Spital- oder Kuraufenthalts "ruht" das Pflegegeld ab dem zweiten Tag, wenn die überwiegenden Kosten des Aufenthalts ein Sozialversicherungsträger, der Bund, ein Landesgesundheitsfonds oder eine Krankenfürsorgeanstalt trägt. In bestimmten Fällen kann das Pflegegeld auf Antrag weiter bezogen werden.


Steuerliche Absetzbarkeit:
Aufwendungen für eine 24-Stunden-Betreuung wie zB Kosten für selbstständige PersonenbetreuerInnen, professionelle Vermittlung, Arznei- und Pflegemittel können im Folgejahr als außergewöhnliche Belastungen steuerlich abgesetzt werden. Steuerfrei bezogene Zuschüsse und Förderungen werden jedoch abgezogen. Die außergewöhnliche Belastung kann in voller Höhe von zu betreuenden Personen selbst oder alleinverdienenden PartnerInnen, mit gewissen Einschränkungen auch von weiteren unterhaltspflichtigen Personen geltend gemacht werden. Die außergewöhnliche Belastung ist durch den Nachweis der tatsächlich angefallenden Kosten im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommenssteuererklärung geltend zu machen.